Die Installation

Seit der ersten Mondlandung öffnet der wissenschaftliche Blick auf die Himmelskörper Mond und Mars medial inszenierte Räume der nationalen Machtdemonstration. Die intermediale Installation stellt Videoarchivmaterial der Weltraumexpeditionen gegenüber und schafft eine Vergleichbarkeit zwischen den verschiedenen Gestirnserkundungen.

Der Gegenblick auf den Heimatplanet Erde hingegen stößt Fragen nach den Funktionen solch wissenschaftlicher Großprojekte der Raumfahrt an. Welche Legitimationen lassen sich für die von empirischer Neugier geleitete Aneignung des Außen angesichts der von Menschen verursachten Probleme, wie etwa des Klimawandels, noch aufbringen? Gilt die Raumfahrt einerseits als Sinnbild des anthropomorphen Fortschritts, beschreibt sie auf der anderen Seite auch das Fantasiebild eines medial geprägten Eskapismus.

Durch die dreikanalige Projektion, deren Anordnung im Zusammenspiel mit dem 5.1 Surround Sound wird ein immersiver Raum geschaffen, der dem Betrachter abverlangt während der Installation sowohl oben benannten Zwiespalt zwischen Eskapismus und kritischer Reflexion zu durchdenken, als auch die ästhetische Macht der Bilder an sich auf sich wirken zu lassen.